NO. 7: GENIEßE DEIN ESSEN - AM BESTEN MIT FAMIL...

NO. 7: GENIEßE DEIN ESSEN - AM BESTEN MIT FAMILIE UND FREUNDEN

Ernährungswissenschaft trifft Psychologie

Gesunde Ernährung hatte lange ein Imageproblem. Grauer Körnerbrei und fade Rohkoststäbchen aus der Tupperbox mögen nahrhaft sein, ein glückseliges Lächeln zaubern sie den meisten von uns wohl nicht gerade ins Gesicht.

Die 2017 veröffentlichte Deutsche Genussstudie des Instituts für Ernährungspsychologie der Universität Göttingen zeigt, welchen enorm hohen Stellenwert der Genuss beim Essen hat. Über 1000 Menschen wurden zu ihren Essgewohnheiten und Lebensumständen befragt. Fazit: Menschen, die sich selbst als Genießer beim Essen einschätzen, sind zufriedener, ernähren sich gesünder, können besser kochen und tun dies auch häufiger. Die Studie betont die Wichtigkeit der Atmosphäre und der sozialen Gemeinschaft beim Essen.1

Nachvollziehbar – wie befriedigend ist schon ein im Gehen hastig weggeatmeter Müsliriegel oder der letzte übriggebliebene Restlöffel vom Kinderteller? Essen genießen heißt in Ruhe und mit allen Sinnen wahrnehmen.

Ernährungsphysiologie des Genusses

Sich Zeit zu nehmen hat auch tatsächliche physiologische Vorteile, denn es ist wahr: wer länger kaut, ist früher satt. Intensives Kauen beeinflusst die Hunger-regulierenden Hormone wie beispielsweise Ghrelin derart, dass wir mit weniger Essen zufrieden satt sind. Auch die Nährstoffaufnahme ist bei gründlichem Kauen nachweislich verbessert.2

Selbst die recht konventionelle Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat „achtsam essen und genießen“ inzwischen in ihre offiziellen Zehn Regeln gesunder Ernährung aufgenommen.3

Eine Untersuchung des Max-Plack-Instituts für Bildungsforschung betont den wichtigen Einfluss gemeinsamer Mahlzeiten in angenehmer Atmosphäre für die Entwicklung gesunder Ernährungsmuster bei Kindern. Langfristig sind diese, in früher Kindheit erlernten Essgewohnheiten entscheidende präventive Schutzfaktoren vor Übergewicht und Essstörungen.4 Kinder sollten am besten in alle Abläufe mit einbezogen werden, damit sie frühzeitig und selbstverständlich einen guten Bezug zum Essen entwickeln. Einkaufen, schnippeln und schneiden, Tischdecken, anrichten – das alles gehört dazu und macht Essen zu einem rundum sinnlichen Erlebnis, das so viel mehr ist, als einfach nur das Konsumieren von Lebensmitteln.

Hedonismus am Esstisch

Für viele Menschen ist Essen ein großes Stück Lebensqualität. Essen, das wir mit Genuss essen, macht ein warmes glückliches Gefühl im Bauch. Macht, dass wir, eine Hand auf dem Bauch, die Augen schließen und verklärt lächeln, wenn wir daran zurückdenken. Es macht uns schlicht glücklich. Was das für ein Essen ist, ist erstmal unabhängig vom physiologischen Gesundheitswert des Lebensmittels und von Mensch zu Mensch, von Tag zu Tag und je nach Situation unterschiedlich.

 



1 – Elliot, T. (2017): Deutsche Genussstudie 2017. Im Auftrag des Instituts für Ernährungspsychologie der Universität Göttingen und lieferando.de

2 - Li, J.; Zhang, N.; Hu, L.; Zi, Z.; Li, R.; Wang, S. (2011): Improvement in chewing activity reduces energy intake in one meal and modulates plasma gut hormone concentrations in obese and lean young Chinese men. The American Journal of Clinical Nutrition.

3 - https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

4 - Dallacker, M.; Hertwig, R.; Mata, J. (2018): The frequency of family meals and nutritional health in children: a meta‐analysis. Obesity Reviews.

 

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